Prot. Kirchengemeinden  Hornbach-Brenschelbach  und Althornbach

Corona-Apps: The good, the bad and the ugly

Grafik: NapalMBastarD auf DeviantArt (Bild anklicken für das Original!) – Lizenz: CC-BY-SA 3.0

In den letzten Tagen gab es viel Gerede um Corona-Apps, Datenschutz, Schutz vor Infektionen und so weiter. Die EU-Kommission fordert eine App für ganz Europa, damit man später, wenn die Grenzen wieder offen sind, alle potentiellen Infektionsquellen nachvollziehen kann. Aber allein in Deutschland gibt es nun schon – ja, wieviele eigentlich?

Die Guten

Corona-Datenspende

Unter den Guten gibt es eine richtige Corona-App: Die Corona-Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts.

Mit dieser App hilft man nicht sich selbst, sondern dem Robert-Koch-Institut (RKI), Infektionsverläufe besser nachzuvollziehen und mögliche Infektionsherde frühzeitig zu erkennen und auszuschalten. Darum der Name “Datenspende” in Anlehnung an “Blutspende”. Bei den Daten handelt es sich um Körperfunktionsdaten, wie sie von SmartWatches aufgezeichnet werden, welche dann anonymisiert an das RKI übertragen werden. – Wer also keine Smartwatch benutzt, ist für diese App nicht geeignet.

Nebenan

Neben der Datenspende App gibt es noch eine neue App, welche nicht direkt etwas mit der Covid-19-Bekämpfung zu tun hat, sondern mit Nachbarschaftshilfe. Sie heißt, wie das dazugehörige Internet-Netzwerk, Nebenan.

Die Idee ist: Bei dieser App melden sich Menschen, die Hilfe brauchen, und andere, die Hilfe anbieten können, zB Einkaufshilfe, o.ä. Die App berechnet, ausgehend von den Registrierungsdaten des “Nachbarn” einen Radius von 10 km Luftlinie, für den Hilfsbedarfe bzw. Hilfsangebote angezeigt werden können. So können auch in anonymen Großstadtmilieus Leute zueinander finden, die bisher nichts voneinander wussten.

Das Problem: Um sich zu registrieren, muss man einige wichtige, personalbezogene Daten von sich preisgeben. Da kratzt sich der gereizte Datenschützer sofort am Kopf.

NINA

Nina war bisher ein rechtes Mauerblümchen gewesen. Die Notfall- Informations- und Nachrichten-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe juckte praktisch keinen. Denn wann gabs bei uns schon richtige Katastrophen? Ja, jetzt.

Nina-Screens

Also – wenn Sie nicht erst auf die Tagesthemen oder auf Internetgerüchte warten wollen, wenn etwas Schreckliches im Lande passiert, dann sind Sie bei dieser App genau richtig.

Die Bösen

Screenshot: Corona-Locker-Screen mit Lösegeldforderung

Als Begleiterscheinung der Covid-19-Pandemie und der dazugehörigen Panik entwickelte sich eine zweite Epidemie, nämlich in Form von Computer-Viren und Schadprogrammen.

Wer sich im Internet über die neusten Krankheitszahlen informieren will, muss höllisch aufpassen, um sein Internetgerät nicht zu infizieren, denn es gibt jede Menge Webseiten mit “Corona” im URL-Namen, und viele davon sind nicht hilfreich, sondern infektiös. Man sollte also besser offiziellen Quellen vertrauen, zB den Nachrichtenseiten der öffentlich-rechtlichen Sender; auch SWR3 hat eine informative Corona-Karten Seite.

Neben bösen Corona-Internetseiten gibt es auch böse Apps für Mobilgeräte. Eine, die mir in ihrer Frechheit fast schon wieder gefallen hat, war die Ransomware Corona-Locker: Die App verspricht, vorhandene Covid-19-Infektionen in der Umgebung zuverlässig anzuzeigen. Stattdessen verbirgt sich hinter dem vielsagenden Namen ein Screen-Locker, der den Bildschirm des Mobilgerätes sperrt und Lösegeld fordert, um ihn wieder freizugeben.

Mehr zu dieser und anderen Corona-Schad-Apps findet man in diesem und in diesem Artikel bei heise.de.

Die Hässlichen (tracking apps)

Tracking bedeutet, dass eine App meine Standort- oder Bewegungsdaten ermittelt und an den App-Inhaber übermittelt, der diese “Datenspende” analysiert. Ich bin nicht prinzipiell dagegen, aber nicht jeder Schnellschuss taugt etwas. Tracking ist eine komplizierte Materie.

GeoHealthApp

Diese App versucht, auf ein häufiges Problem von Vielreisenden zu reagieren: Ich war irgendwo gewesen – vielleicht an einem Corona-Hotspot, wo das Ansteckungsrisiko extrem hoch war? Durch viele Standortdaten ihrer Nutzer könnte die GeoHealthApp genau diese Frage klären – und sie rät einem sogar, wie man sich verhalten sollte, wenn man sich wirklich in Gefahr begeben hatte.

In gewisser Weise ist die App nützlicher als oben die App vom Robert-Koch-Institut. Denn es ist schön, wenn man feststellen darf, dass man sich an unbedenklichen Orten bewegt hat. Vorausgesetzt natürlich, dass die App nicht was übersehen hat.
Und die anderen Probleme:

  1. Man muss seine GPS-Bewegungsprofile teilen. Das ist so ziemlich der Alptraum jedes Datenschutzbeauftragten.
  2. Das Teaser-Video der Hannoveraner App-Mediziner ist echt grausam. Bitte nicht gucken!
  3. Das Programmierteam hat zwar einen seriösen, medizinischen Hintergrund, ist aber vermutlich zu unbedeutend, um den für eine erfolgreiche Anwendung erfoderlichen Big-Data-Zuspruch zu bekommen. Da sind die renommierten Apps vom RKI oder vom Fraunhofer-Institut einfach besser dran.

Darum mein Fazit: Eigentlich nicht schlecht – aber irgendwie auch nicht gerade schön.

Die PEPP-PT App

Topfschlagen-Bild

Noch abgedrehter finde ich die vielbesprochene App des europäischen PEPP-PT-Konsortiums, hinter dem nicht zuletzt das Fraunhofer-Institut steckt. Bei dieser soll man per Bluetooth feststellen können, ob sich in der näheren Umgebung (ein paar Meter Umkreis) ein Coronakranker herumtreibt. – und zwar anonym … Sie wissen schon, frei nach dem Heiß-kalt-Topfschlagen-Prinzip.

Eigentlich sollte die App dieser Tage (15.-19.4.) auf den Markt kommen, aber nun sind bei den Entwicklern ominöse Dinge passiert, und man hat sich verkracht.

Mir ist auch nicht wirklich klar, was diese App soll: Wenn ich nämlich nachweislich krank geworden bin, dann gehe ich in Quarantäne und ziehe nicht in der Weltgeschichte herum. Und wenn doch, dann gefährde ich bewusst andere – dann sollten meine Daten nicht anonymisiert sein; im Gegenteil! Je schneller man mich erwischt und wieder nach Hause verfrachtet, desto besser.

Für mich ist diese App ein hässliches Entlein.

Losungsandacht für Donnerstag, 16.04.2020 (von Wolfgang Glitt, Ensheim)

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz. Heute sogar zwei.
Text und Sprecher: Pfr. Wolfgang Glitt, Ensheim
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!

Losungsandacht für Donnerstag, 16.04.2020 (von Christian Günther, Mauschbach)

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Pfr. Christian Günther, Mauschbach
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!

Losungsandacht für Mittwoch, 15.04.2020

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Pfr. Christian Günther, Mauschbach
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!

Losungsandacht für Dienstag, 14.04.2020

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Pfr. Daniel Seel, Hornbach
F. K. Waechter
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!