Prot. Kirchengemeinden  Hornbach-Brenschelbach  und Althornbach

33. Benefizkonzert am Samstag, 5.11.22 um 17 Uhr in der Klosterkirche

Mehr über die Werke ...

Werke von russischen Komponisten aufzuführen, ist in der heutigen Zeit beinahe schon eine politische Angelegenheit.
Dabei zeigt die Schönheit, Kraft und Ausdrucksstärke der Musik eine Seite der russischen Kultur, die zur Völkerverständigung beiträgt.

Gerade Schostakowitschs Musik ist geprägt vom Kampf gegen die sich heute scheinbar wiederholenden Mechanismen von Hass, Verfolgung, Unterdrückung, Gier und gnadenlosem Machtstreben der Stalin-Zeit, die doch so offensichtlich am eigentlichen Ziel des menschlichen Daseins vorbeigeht: dem Streben nach dem Lebensglück, dem Frieden in zwischenmenschlichen Beziehungen und last but not least der Zufriedenheit über das eigene Leben.

Diese Spannweite eröffnet Schostakowitsch in seiner Sonate op.40 und in seinem 1. Konzert für Violoncello, die vom Solocellisten des Saarländischen Staatsorchesters Benjamin Jupé gemeinsam mit seinem Duopartner Hwanhee Yoo im Hornbacher Benefizkonzert gespielt werden.

Jupé wirkt seit 12 Jahren in Saarbrücken. Er hat sich allerdings mit seinen einfühlsamen, emotionalen und ausdrucksstarken Konzerten über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen Namen gemacht.
Die Sonate von Rachmaninoff in g-moll ist wie geschaffen, um die Klangfülle von Jupés Spiel voll auszuloten.

Der große Klavierpart eröffnet für den Koreanischen Pianisten Hwanhee Yoo eine breite Palette von Klangvielfalt. Die beiden Künstler verbindet ihre Fähigkeit, ganz in die Musik einzutauchen, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und der Sprache des Komponisten einen authentischen Ausdruck zu verleihen.

Mit den beiden russischen Werken tragen die Künstler zu dem bei, was wir heute so nötig haben: die Kultur zur Verständigung zwischen den Nationen und Völkern über die politischen Auseinandersetzungen hinweg. Denn nur durch Mitgefühl, Vergebung und dem Blick auf verbindende Gemeinsamkeiten kann wieder Frieden entstehen.

Dmitri Schostakowitsch
Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier, op. 40 (1934)

1. Allegro non troppo 2. Allegro
3. Largo
4. Allegro

Sergei Rachmaninoff
Sonate g-Moll für Violoncello und Klavier, op. 19 (1901)

1. Lento — Allegro moderato (G minor) 2. Allegro scherzando (C minor)
3. Andante (E flat major)
4. Allegro mosso (G major)

Dimitri Schostakowitsch Cellokonzert Nr. 1 in Es Dur

1. Allegretto
2. Moderato
3. Cadenza
4. Allegro con moto

Dimitri Schostakowitsch – Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier, op. 40
Mit seiner frühen Sonate hat Schostakowitsch dem “cantabilen Ausdrucksgehalt” eines der schönsten Denkmale in der Celloliteratur gesetzt. Das Stück, Anfang 1934 entstanden, ist, wie die Sinfonik Schostakowitschs, ein Bekenntnis zur klassisch-romantischen Formtradition. Das Allegro non troppo beginnt wie eine Synthese aus Brahms und Debussy: mit einer lang ausgesponnen Cellokantilene über impressionistischen Akkordflächen des Klaviers. Auch das zweite Thema knüpft in seinem Ausdruck unverhohlen an die Spätromantik an, während sich der “echte” Schostakowitsch in der Durchführung zeigt. Dort wird ein Motiv aus der Schlussgruppe zunächst in fahlem Pizzicato-Kontrapunkt, dann als unerbittlich hämmernder Ostinato verarbeitet. Solche Ostinatobildungen gehören zu den wichtigsten Steigerungsmitteln auch in den Sinfonien. Der Wiedereintritt des zweiten Themas wirkt danach beinahe unwirklich schön, während das Hauptthema erst nachträglich und im Ausdruck völlig verändert wiederkehrt. Durch hohle, mechanische Oktaven im Klavier wirkt es wie entkräftet. Kantabilität scheint nicht mehr möglich. Das Durchführungsmotiv setzt den bitteren Schlusspunkt.
Das Allegro-Scherzo spielt danach brutal auf, einerseits wild asiatisch im Chatschaturjan-Stil, andererseits bewusst salonhaft banal. Der Kontrast zum folgenden Largo könnte kaum größer sein. In ihm begegnet man dem typischen Schostakowitsch der langsamen Sätze: zu Beginn in einem archaischen Gesang des Cellos über stockenden Klavierakkorden, später in einer elegischen “Vokalise” nach Rachmaninoffs Vorbild und einem entrückten hohen Klaviersolo. Der lange Atem dieses Satzes ist von Resignation durchdrungen, was besonders die unaufgelöste Harmonik vermittelt. Dass aller Kampf vergeblich sei, ist eine der zentralen Botschaften Schostakowitschs. Seine ironische Antwort darauf ist der Sarkasmus des Allegro- Finales. Von der verzerrten Anspielung auf Haydn im Thema bis zum leeren Passagenwerk im Stile eines Hummel oder Czerny werden hier klassische Finalklischees bemüht und ad absurdum geführt.
Die Ironie eines solchen Finales konnten die stalinistischen Kunstrichter schon wenig später nicht mehr ertragen. Anfang 1936 erschien in der Prawda der Artikel Chaos statt Musik, durch den Schostakowitsch zum verfemten Komponisten wurde. Er war gerade mit dem Cellisten Viktor Kubatzki, dem Widmungsträger der Sonate, auf Tournee, als er las, dass man ihm “linke Zügellosigkeit statt einer menschlichen Musik” vorwarf.

Die Cellosonate von Sergej Rachmaninow – Dankgesang eines Genesenen
Nicht in der – aber dank der Hypnose schrieb Sergej Rachmaninow seine erste und einzige Cellosonate. Sie war ein Geschenk für den Arzt und Hypnotiseur Nikolai Dahl, der den Komponisten aus einer tiefen Schaffenskrise befreit hatte.
Nach dem Misserfolg seiner Ersten Sinfonie war Rachmaninow – ohnehin alles andere als ein sonniges Gemüt – in eine fast dreijährige Depression gefallen. Dank der damals neuartigen Behandlung durch Hypnose und Autosuggestion kamen Inspiration und Lebensmut zurück, – und mit dem Zweiten Klavierkonzert ein Erfolg sondergleichen.
Vom Dunkel ins Licht führt auch die kurz danach, 1901, entstandene Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19: Aus düsteren, fast vormusikalischen Anfangstakten findet sie zum furiosen Abschluss. Die zeitgenössische Kritik befand dagegen streng: unmelodiös, weitschweifig und gar schädlich für die nachwachsende Generation.
Dabei hat Rachmaninow ein Kammermusikwerk voll schwelgerischer Kantilenen geschaffen, das dennoch von jener klassischen Disziplin geprägt ist, die all seinen Werken und auch Rachmaninow selbst wesenseigen ist. Zudem verfügt es über genug Ecken, Kanten und technische Herausforderungen, um bei übermütigen Interpreten für Blessuren zu sorgen.

Schostakowitsch Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Schostakowitsch widmete das Werk aus dem Jahr 1959 seinem Schüler und Freund, dem Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Es entstand in einer Zeit, in der das Erbe von Josef Stalins Kulturbürokratie während der Tauwetter-Periode langsam überwunden wurde. Unter Stalin hatten bedeutende Teile von Schostakowitschs Kompositionen als „volksfremd und formalistisch“ gegolten. Das Konzert gilt als Teil der musikalischen Abrechnung Schostakowitschs mit Stalin. Am 4. Oktober 1959 wurde es im Großen Saal der Leningrader Philharmonie durch Rostropowitsch mit den Leningrader Philharmonikern unter der Leitung von Jewgeni Mrawinski uraufgeführt.
Das Cellokonzert, das mit einer Variation des autobiographischen Motivs DSCH beginnt und im Folgenden immer wieder Bezug darauf nimmt, lebt von frischen Rhythmen, denen sich wechselnde Metren flexibel anpassen, die aber auch gelegentlich über das Metrum hinweggehen. Der Fluss der Musik entsteht durch die vielen Akzentverschiebungen.
Die treibenden Bewegungen und der tänzerische Übermut des ersten und dritten Satzes stehen der Melancholie des zweiten Satzes gegenüber. Dieser entfaltet zwei kantable Themen, auf die der dritte Satz noch einmal Bezug nimmt. Ein Sarabanden-Rhythmus und schlichte folkloristische Melodiebildungen mit vereinzelten Leierkastenklängen und flüchtigem Flageolett des Cellos geben diesem Satz jene berührende Eindringlichkeit, wie sie auch für andere Werke Schostakowitschs typisch ist. Ihr Effekt beruht unter anderem darauf, dass das Soloinstrument durch Flageolett die höheren Töne gegenüber den Diskantstreichern spielt. Der dritte Satz ist eine Kadenz oder ein „Monolog“ für das Solocello.
Der atemlose Schlusssatz ist von sprühender Virtuosität geprägt. Er greift auf das Hauptmotiv des ersten Satzes zurück. Zudem zitiert er das Lieblingslied Josef Stalins, „Suliko“.
Ähnlich seinem 1. Klavierkonzert ist der Solostimme ein weiteres Instrument, in diesem Fall ein Horn, mit verschiedenen Solopartien zur Seite gestellt. Eine besondere Stellung im Konzert nimmt zudem die Pauke ein, die als Widerpart der Cellostimme fungiert, immer wieder Brüche im melodischen und rhythmischen Ablauf erzeugt und in Kombination mit der Chromatik im vierten Satz einen bedrohlichen Charakter bekommt.

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Mehr über die Interpreten ...

Benjamin Jupé geb. in Frankfurt/Main, erhielt mit 6 Jahren seinen ersten Cellounterricht. 2001 Solocellist im Weltjugendorchester, 2003 Solocellist im Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, 2006 Stellvertretender Solocellist im Tonhalle Orchester Zürich, 2007 Solocellist im Dänischen Rundfunk Nationalorchester Kopenhagen, 2010 Solocellist im Saarländischen Staatsorchester in Saarbrücken.
Er studierte bei Markus Nyikòs und Mats Rondin und besuchte Meisterkurse
bei Young Chang Cho, Frans Helmerson, David Geringas, Truls Mörk, Siegfried Palm und Boris Pergamenschikow.
Solocellist und Solist bei und mit bedeutenden Orchestern in aller Welt, sowie Rundfunkaufnahmen in Japan, Dänemark, Schweiz und Deutschland. Klassikpreis im Kammermusikwettbewerb Caltanissetta, 1. Preis im International Viva Hall Cello Competition in Japan.
Leiter des Collegium Instrumentale Saarbrücken.
Benjamin Jupé war Stipendiat der Richard-Wagner- und der Jehudi-Menhuin- Stiftung. Seit 2010 ist er Solo-Cellist im Saarländischen Staatsorchester.

Hwanhee Yoo wurde in Suwon (Südkorea) geboren. Preise gewann er bei den internationalen Klavierwettbewerben 2006 in Porto (Portugal), 2007 in Vietri (Italien), 2009 in Nauen (Deutschland) und in Taranto (Italien) und 2015 beim Walter-Gieseking-Wettbewerb in Saarbrücken. Seit 2016 arbeitet er an der Hochschule für Musik SAAR als künstlerischer Assistent im Fach Korrepetition und Kammermusik.

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Veranstalterin: Protestantische Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach
in Kooperation mit dem Hotel Kloster Hornbach

Eintritt kostenlos. Spenden erwünscht!

Prot. Kirchengemeinde IBAN: DE66 5425 0010 0075 0302 96, BIC: MALADE51SWP.

Verwendungszweck: Jugend Hornbach

Ein Konzert des Ensembles Les Éscapades

23. Oktober 2022     ◊     17 Uhr    ◊     Fabianstift

Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!


Träume & Visionen

Schlagen Sie mit Les Escapades musikalisch-poetische Seitenwege ein und reisen Sie mit uns im Konzert „Träume & Visionen“ durch Zeit und Raum. Es geht um nichts weniger als die verschiedensten Träume der Menschheit, um Reisen im milden Licht des Mondes und das Fliegen der Gedanken in die Nacht. Musik, Poesie und Prosa finden zu einer Einheit.

Traumwesen von Henry Purcell, Feen und nächtliches Gefolge aus dem Sommernachtstraum der „Fairy Queen“ oder „Fantastick Spirits“ von Matthew Locke bevölkern unsere musikalischen Träume, wir reisen durch „La Notte“ von Antonio Vivaldi und wir geben uns klassischen und impressionistischen Träumereien von Joseph Haydn, Claude Debussy und Gabriel Fauré hin.

Zwei zeitgenössische Werke wurden speziell für unser Gambenconsort und dieses Programm komponiert.

Slobodan Jovanović (geb. 1977 in Pančevo, Serbien) zeigt uns in „between the dreams of Odysseus“ den griechischen Helden und Seefahrer von einer neuen Seite.

„Il sogno di Giulia“ verfasste der Musiker, Komponist und Gambist Fritz Keil (geb. 1957 in Wien, Österreich) inspiriert vom Beatles-Song „Julia“ und einer Textpassage aus „Romeo und Julia“ von Shakespeare. Er komponierte das Werk in einer einzigen Nacht, der Rauhnacht vom 2. auf den 3. Januar 2022.

„Träume & Visionen“ verwirklichten Les Escapades mit einem Stipendium des deutschen Musikrats im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Kultur“ für Ensembles.

Musik: Claude Debussy, Gabriel Fauré, John Dowlnad, Henry Purcell, Matthew Locke, Joseph Haydn, Antonio Vivaldi, Fritz Keil, Slobodan Jovanović u.a.

Texte: William Shakespeare, Michael Ende, Bertolt Brecht, Joseph v. Eichendorff, Eduard Mörike, Romain Bussine u.a.

Gambenconsort Les Escapades:

  • Sabine Kreutzberger: Arrangements und Programmkonzeption
  • Adina Scheyhing
  • Franziska Finckh
  • Barbara Pfeifer
  • Sprecher: Sebastian Mirow

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29. Benefizkonzert in der Klosterkirche, 09.07.2022, 18 Uhr

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Nicht viele Komponisten haben die menschliche Stimme als Instrument in einem Solokonzert eingesetzt; Reinhold Glière, in Kiew geborener Deutschrusse, ist einer von ihnen. Ludmilla Lokaichuk, seit 2021 Ensemblemitglied am Staatstheater Saarbrücken, übernimmt den Solopart in seinem virtuosen Konzert für Koloratursopran und Streichorchester, das im Mittelpunkt des Programmes steht.

Zu Beginn des Konzerts spielt das Collegium Instrumentale Saarbrücken die Suite „Antiche Arie e Danzi“ von Ottorino Respighi, der hier Lautenstücke des 16. und 17. Jahrhunderts in romantisches Gewand gekleidet hat.

Zum Schluss erklingt das Werk eines wenig bekannten amerikanischen Komponisten: Victor Herbert, der seine musikalische Ausbildung als Cellist und Komponist in Deutschland genoss, ist in seiner Heimat USA vor allem als sehr erfolgreicher Operettenkomponist bekannt. Seine 1888 entstandene Streicherserenade ist ein frühes Werk, mit deutlichen Hinweisen auf ein gründliches Studium der Musik Richard Wagners, dem es aber nicht an originellen Einfällen und handwerklich ausgezeichneter Verarbeitung mangelt.

Liudmila Lokaichuk gab 2019 an der Oper Halle ihr Aufsehen erregendes Debüt als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« und wurde für diese Interpretation als »Beste Sängerin« im Jahrbuch 2019 der »Opernwelt« nominiert. Derzeit brilliert sie in dieser Rolle am Saarländischen Staatstheater und begeisterte Presse wie Publikum. Doch auch im Barockfach gelten ihre Interpretationen bspw. von Bach als herausragend. Am Saarländischen Staatstheater wird sie demnächst u. a. in Händels »Alcina« als Morgana zu erleben sein.

Benjamin Jupé, geb. in Frankfurt/Main. 2001 Solocellist im Weltjugendorchester, 2003 bis 2006 Solocellist im Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, 2006/07 Stellvertretender Solocellist im Tonhalle Orchester Zürich. 2007 Solocellist im Dänischen Rundfunk Nationalorchester Kopenhagen, seit 2010 Solocellist im Saarländischen Staatsorchester in Saarbrücken. Er studierte an der „Universität der Künste“ in Berlin bei Markus Nyikòs, in Schweden bei Mats Rondin und besuchte Meisterkurse u.a. bei Young Chang Cho, Frans Helmerson, David Geringas, Truls Mörk, Siegfried Palm und Boris Pergamenschikow. Als Solocellist regelmäßig Gast im SWR Orchester Baden-Baden/Freiburg, im Rundfunkorchester München, im Rundfunkorchester in Luxembourg, im Staatsorchester Kassel, im Sinfonieorchester Wuppertal, Staatstheater Karlsruhe, Mainz und

Kaiserslautern, Chamber Orchestra of Europe“, im Gürzenich Orchester Köln. Als Solist spielte er mit verschiedenen deutschen Orchestern wie z.B. dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim, den Dortmunder Philharmonikern, der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, der Staatskapelle Weimar. 1999 gewann er den Klassikpreis im Kammermusikwettbewerb Caltanissetta, 2000 den 1. Preis im „International Viva Hall Cello Competition“ in Japan.

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28. Benefizkonzert in der Klosterkirche, 26.6.2022, 17 Uhr

Paul Hindemith | Das Marienleben | Op. 27 (1923/24)
mit Mariola Jupé (Sopran)
und Uwe Brandt (Klavier)

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Mariola Jupé wuchs auf der Insel Rügen auf und erzielte schon früh 1. Preise bei „Jugend Musiziert“. Sie studierte an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Anschließend absolvierte Sie ein Aufbaustudium bei V. Hruba – Freiberger. Schon während des Studiums hatte Sie Gelegenheit in zahlreichen Hochschulinszenierungen mitzuwirken und 1. Erfahrungen am „Deutschen Nationaltheater“ Weimar zu sammeln , z. B. als Barbarina in „Le nozze di Figaro“ und als 1. Knabe in „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart. Wichtige Impulse erhielt Sie in Meisterkursen von Sylvia Geszty , Gundula Janowitz , Siegfried Lohrenz und Peter Ziehten. 1999 beim Kurswettbewerb von Sylvia Geszty erhielt Sie einen Förderpreis und daraufhin Preisträgerkonzerte mit der „Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz“ unter Peter Falk. 2003 wurde Sie Halbfinalistin beim „Hans Gabor Belvedere“ Wettbewerb in Wien. Zahlreiche Konzerterfahrungen konnte Sie in Deutschland, Frankreich, Italien und Bolivien sammeln. Seit 2003 sang sie regelmäßig Partien am Stadttheater Koblenz,

unter anderem das Ännchen in „Der Freischütz“ von C. M. von Weber, das Blondchen in
„Die Entführung aus dem Serail“ von W. A. Mozart und Woglinde in „Das Rheingold“ von R. Wagner. Pressestimmen: Redaktion Mittelhessen: “Mariola Jupé verzauberte sogleich mit “Mein Herr Marquis”, die auf Rügen geborene Sängerin verband eine zu den Melodien passende heitere Ausstrahlung mit ihrem nuancenreichen Sopran.” Die Rheinlandpfalz: “Die Stimme von Mariola Jupé glich in Arien von Weber und Stolz einem Goldregen. Jupés Stimme hat den Reiz knabenhafter Reinheit und einer Herz und Sinne ergreifenden Natürlichkeit.”

Der Pianist Uwe Brandt studierte Klavier bei Hans Clasen, Alexander Sellier (Saarbrücken), Monique Haas (Paris) und Jean Claude van den Eynden (Brüssel). Den Abschluss als Konzertpianist machte er mit Auszeichnung am Conservatoire royale de Bruxelles. Der Stipendiat der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ ist Dozent für Klavier und Instrumentalkorrepetition an der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken. Mit Meisterkursen und CD-Produktionen, u. a. mit Moshe Aron Epstein, Joshua Epstein, Peter Hörr, Ramon Jaffé, Manuel Fischer Diskau, Jone Kaliunaite, Tuncay Yilmaz, David Todd, Hande Özüyrek und Auftritten als Solist und Kammermusiker bei bedeutenden Festivals im In- und Ausland verschaffte sich Uwe Brandt als Pädagoge und Pianist einen hervorragenden Ruf. Pressestimmen wie „…technische Probleme löst er geradezu lustvoll, mit einer Artistik, die nicht nur das Zuhören, sondern auch das Zusehen zum Genuss macht“, zeugen von der Wertschätzung seines Spiels. Seit 2003 ist er Leiter der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal und begründete die im Saarland vielbeachtete Reihe „Meisterkonzerte Sulzbach“. Seit 2014 ist er auch als Berater im musisch-kulturellen Bereich der Gemeinde Nalbach verantwortlich. Im Sommer 2015 startete die von ihm initiierte „Internationale Sommerakademie für Klavier – Akademus“. 2020 startete mit den Kammermusiktagen Sulzbach eine neue Reihe, die an die Tradition der Meisterkonzerte anknüpft und die Kammermusikszene im Saarland bereichert.

Das Marienleben ist ein Liederzyklus für Sopran und Klavier (Op. 27) von Paul Hindemith nach dem gleichnamigen Gedichtzyklus Das Marien-Leben von Rainer Maria Rilke. Die Entstehungsgeschichte dieses Werkes, das bereits von den Zeitgenossen als eines der bedeutendsten Zeugnisse der Liedkunst im 20. Jahrhundert eingeschätzt wurde, bestätigt einmal mehr, dass mit der Komposition von Liedern für Hindemith eine besondere Herausforderung verbunden war, an der er selbstkritisch auch seine eigenen Fähigkeiten maß. Hindemith arbeitete mehrere Monate an den 15 Liedern des „Marienlebens“ und notierte später in sein Werkverzeichnis: „Das war nicht leicht zu machen. Der starke Eindruck, den schon die erste Aufführung auf die Zuhörer machte – erwartet hatte ich gar nichts –, brachte mir zum ersten Male in meinem Musikerdasein die ethischen Notwendigkeiten der Musik und die moralischen Verpflichtungen des Musikers zum Bewusstsein.“

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27. Benefizkonzert in der Klosterkirche

Eine Hommage à Pantaleon Hebenstreit kann man
am 29. Mai 2022 – 17 Uhr in der Klosterkirche Hornbach erleben.

Es spielen Enikö Ginzery am Cimbalom (einem ungarischen XXL-Hackbrett, mitentwickelt von P. Hebenstreit) und Orsolya Nagy (Klavier) …

Mehr Informationen - bitte hier klicken!

… Werke von
János Vajda, Johann Sebastian Bach, Norbert Fröhlich (UA), Franz Liszt, Rainer Rubbert und Béla Bartók.

Veranstalterin ist die Protestantische Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach in Kooperation mit dem Hotel Kloster Hornbach.
Das Konzert findet im Rahmen des Stipendiums Neustadt Kultur GVL für Enikö Ginzery statt.
Der Eintritt zu den Benefiz-Konzertreihen ist kostenlos.

Eine ggfl. Spende am Ausgang ist für die Jugendarbeit der Kirchengemeinde bestimmt.

Enikő Ginzery

studierte Cimbalom am Konservatorium ihrer Geburtsstadt Bratislava und anschließend an der „Ferenc Liszt Akademie“ in Budapest. Ein Aufbaustudium führte sie an die „Hochschule für Musik Saar“ nach Saarbrücken. In den Jahren 1997 bis 1999 nahm sie mehrmals an Interpretationskursen unter der Leitung von György Kurtág teil. 1995 war sie Preisträgerin als beste ausländische Teilnehmerin beim internationalen „Youth Festival in Plovdiv“, Bulgarien, und gewann 1997 den Internationalen Cimbalom Wettbewerb in Valašské Meziříčí in Tschechien. Seit 1995 führen sie Konzertreisen immer wieder durch Europa und die USA, sowohl als Solointerpretin als auch als Solistin mit zahlreichen Orchestern und Kammermusikensembles. Enikö Ginzery leistet durch ihr – so die Musikkritik – „bahnbrechendes Spiel“ einen wichtigen Beitrag im Bereich der Musik der Gegenwart und inspiriert zahlreiche Komponisten zu neuen Werken für Cimbalom. Sie hat bislang rund 50 Stücke uraufgeführt. Ihr Repertoire umfasst aber nicht nur Kompositionen der Gegenwart, sondern reicht zurück bis ins Mittelalter. Auch als Spielerin auf Psalter und Salterio, den  Vorgängerinstrumenten des Cimbaloms, konzertiert sie solistisch und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen. 2013 wurde ihr von der Universität Bratislava die Doktorwürde für ihre musikwissenschaftliche Dissertation über Klangmöglichkeiten und neue Spieltechniken des Cimbaloms verliehen. Zahlreiche Projekte für Kinder und Studenten sind ebenfalls Teil ihrer künstlerischen Tätigkeit. Ihre erste CD mit dem Titel „Contemporary Music For Cimbalom“ erschien 2001 bei  „Slovart records“. 2013 erschien ihre zweite CD „Overflowing Crystals“ bei „Hevhetia“.

Orsolya Nagy,

1977 in Ungarn geboren, besuchte das „Béla Bartók Konservatorium“ in Budapest und die „Ferenc Liszt Musikakademie“ in Budapest. Anschließend Aufbaustudium an der Hochschule für Musik Saar, Konzertreifeprüfung mit Auszeichnung. Weitere Studien und Meisterkurse in Neuer Musik, Liedbegleitung und Kammermusik. Im Verlauf ihrer Ausbildung erhielt sie verschiedene Stipendien und Preise, u.a. den 1. Preis beim Ungarischen Schubert-Brahms Klavierwettbewerb und den Landesgraduierten-Förderpreis des Saarlandes. Ihre pianistische Tätigkeit umfasst Rundfunkaufnahmen, Solo- und Kammerkonzerte. Seit 2015 ist sie Dozentin an der Musikhochschule Saar.

Cimbalom und Klavier

Cimbalom – Abbildung: Emil Richards Collection, CC BY-SA 3.0

Auf der Bühne treffen sich zwei verwandte, aber unterschiedlich aussehende Instrumente: das Cimbalom ist sozusagen der Urvater des Klaviers. Pantaleon Hebenstreit (1667-1750) hat aus dem Hackbrett ein größeres Instrument entwickelt  – das „Pantaleonische Cimbalom“. Dieses Instrument war eine große Inspiration für J. Schröter in Dresden, der daraus das erste Hammerklavier entwickelt hat: das moderne Klavier wurde mit 88 Hämmern bereichert, das Cimbalom spielt man mit 2 Schlegeln, wie schon vor 2500 Jahren.

Es ist bekannt dass Hebenstreit auf dem Pantaleon Werke von J. S. Bach gespielt hat. Diesen Spuren folgte der Berliner Komponist N. Fröhlich, der Bachs Choral-Partita für Orgel „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ für Cimbalom und Klavier bearbeitet hat.

Auf dem heutigen Programm stehen zwei noch ganz frische Werke deutscher Komponisten für Cimbalom solo. Im Stück Regenbogen von R. Rubbert wechseln sich das Stürmische, Dunkle, Dramatische mit dem Lichtvollen, Ruhigen ab, gelegentlich kommt auch der Regenbogen heraus, wie im Leben. Die Miniaturstücke von Norbert Fröhlich sind inspiriert von Gedichten von H. Arp und E. Dickinson. Sowohl F. Liszt als auch B. Bártók waren mit dem Cimbalom gut vertraut.  Die im Konzert gespielten Stücke von Bartók sind im Original für Klavier komponiert. Basis für diese Stücke sind traditionelle ungarische, slowakische und transsilvanische Musiken, zu der auch das Cimbalom gehört.

Die Spätwerke von F. Liszt bieten eine ganz besonders farbige Klangmischung von Klavier und  Cimbalom.

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26. Benefizkonzert am Freitag, 6.5.2022

Blues-Folk mit Vanessa Novak

  • am 6.5.22 um 19 Uhr im Fabianstift Hornbach
  • am 7.5.22 um 19 Uhr in der Matthiaskirche in Althornbach
Mehr Info, Musik zum Anhören ...

Vanessa Novak, eine starke One-Woman-Band, spielt eine eigene Mischung aus Folk-Blues. Sie ist seit einigen Jahren eine feste Größe in der deutschen Americana-Szene. Die Darmstädter Singer-Songwriterin findet ihre Themen in dem, was viele im Alltag bewegt: Erinnerungen, Liebe und Enttäuschungen, Familienleben. Und wie sie daraus Songs macht ist richtig gut: Sie setzt die Wörter und Bilder fein, ist scharfe Beobachterin mit Witz, kleidet die Texte in geerdete Musik zwischen Country, Folk und Blues. Sie hat eine berührende Stimme, ihr Fingerpicking an der Gitarre ist stark.

Als Musikerin ist sie seit 2006 mit ihren eigenen Songs unterwegs.
Zusammen mit ihrem melodischen Gesang entsteht ihre wunderbare Mischung vertonter Gefühle. Nach Ihrem Debütalbum „Traveling Heart“ von 2008 erschien 2013 ihre EP „Bound To Change“, eingespielt mit Markus Rill & The Troublemakers und produziert von Rill & Hands On The Wheel-Kopf Tom Ripphahn. Beide CDs erhielten gute Kritiken. 2019 veröffentlichte sie zwei Singles ‚Bright White Dress‘ und ‚Old Friend‘. Zur Zeit ist Vanessa im Studio und nimmt neue Songs auf, die im Herbst 2022 veröffentlicht werden.

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