Prot. Kirchengemeinden  Hornbach-Brenschelbach  und Althornbach

Ge(h)danken auf dem Jakobsweg – Etappe 4

Die kommen aber auch auf lustige Ideen… Vor mir steht ein großer Brotkorb mit selbst gebackenen Brötchen in Jakobsmuschelform. Cool! Normalerweise esse ich morgens nichts, aber seit wir hier am Wandern sind, habe ich gelernt, am besten vorher genug zu essen, weil man keinen Appetit mehr hat, wenn man den ganzen Tag in der Sonne läuft. Für meine Eltern hat da noch was anderes Priorität: Das Frühstück ist stets im Zimmerpreis einbegriffen – also muss ich was essen, sonst kriege ich den ganzen Tag nichts mehr.
Meine gestern Abend gewaschene Unterhose ist auch noch nicht ganz trocken. Aber es hilft ja alles nichts. Also auf in die alte Unterhose und dann die tagtägliche Entscheidung darüber, ob ich lieber Sandalen oder die festen Schuhe anziehen sollte. Ich entscheide mich für Sandalen und Socken, was ich früher in meinen Träumen nicht gewagt hätte. Typisch deutsch und saupeinlich anzusehen. Aber meine Blasen lassen keine andere Entscheidung zu und mein Vater sieht nicht so aus, als wolle er mir mal wieder die Schuhe binden. Das muss er nur machen, damit mein Fuß so fest im Schuh sitzt, um keine neuen Blasen entstehen zu lassen. Meine Mutter läuft abwechselnd in Sandalen und Badelatschen, weil ihr ganzer Fuß eine einzige, dicke, quaddelige Blase ist, doch sie beklagt sich kaum. Zum Glück haben wir unsere abgelaufenen Blasenpflaster dabei, die zwar nicht mehr richtig kleben aber in Socken trotzdem noch eine Zeitlang an Ort und Stelle bleiben.
Nach dem Frühstück (oder eher währenddessen) drängt meine Mutter zum Aufbruch, da es heute eine besonders lange Etappe sein soll. Meine Vorfreude ist kaum zu unterdrücken und ich schlurfe angenervt (meine neue Lieblingsstimmung) hinter meinen Eltern vom Parkplatz der Herberge mit einer nassen, baumelnden Unterhose an meinem Rucksack. Meine kleinste Schwester hat meiner Meinung nach viel zu gute Laune. Sie sammelt jeden Käfer und jedes bunte Blatt auf, um es kilometerweit mit sich zu tragen. Den Sinn dahinter habe ich noch nicht ganz verstanden, aber meine Eltern scheinen davon entzückt zu sein. Jedes Blatt und jedes kleine Vieh wird mit der Handykamera festgehalten.
Wir laufen jetzt schon seit einigen Stunden und kommen durch den Wald auf den Hof eines viel zu rosafarbenen Schlosses.

Anstatt das schöne Gebäude eine Minute aus der Nähe zu betrachten, drängt uns meine Mutter weiter und wir treffen ein paar Meter weiter auf einen Mann, der neugierig meine Eltern anspricht. Ungläubigen Blickes hört er unseren Erzählungen zu und bietet uns an, uns in seinem Auto den anstehenden Berg hinaufzufahren. Wir sind zwar schon fünf Personen und der alte Opel ist sicher nicht für diese Überlast ausgelegt, aber warum nicht? Meine Mutter wehrt leider ab und trotz meines Bettelns verabschieden wir uns und treten – nachdem wir eine gute Viertelstunde die genaue Wegbeschreibung (nach der wir nicht gefragt haben) anhören und ihm dann wiederholen müssen – den Aufstieg an. Mal wieder…

Ist es falsch, die Hilfe anderer beim Pilgern anzunehmen?

Im Endeffekt war der Berg auch nicht allzu schlimm und den Weg haben wir auch gefunden, obwohl der freundliche Herr sicherheitshalber mit dem Auto hinter uns herfuhr bis der Pfad zu schmal für den Opel war… Wir gehen noch über mehrere kleine Feldwege (mit Maisfeld-Pausen) und kleinere Waldstücke und erreichen müde und völlig erschöpft den Gasthof. Eine freundliche Frau, mittleren Alters öffnet uns die Ferienwohnung. Endlich gibt es mal anständiges W-Lan. Trotzdem habe ich keine Lust am Handy zu sein, sondern lausche sicherheitshalber der Vorschau, was morgen für eine Etappe dran ist.

Beim Abendessen gibt es mal wieder keine Spur von italienischen Nudeln und ich bestelle mir die zweite Wahl. Käsespätzle, wie immer. Aber das ist auch gar nicht weiter schlimm, denn wir fühlen uns hier richtig wohl und meine Füße hören langsam auf zu pochen. Diesmal habe ich darauf geachtet, dass meine Wäsche wirklich trocknen kann und kann beruhigt schlafen gehen. Ich träume von Käfern und Blättern.

 

 

Losungsandacht für Montag, 06.04.2020

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Lektor Robert Lüttge, Althornbach
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!

Ciao, ich bin das Coronavirus …

Derzeit geht in den sozialen Netzwerken ein Video viral, das bestechend gut produziert ist und so manchem Zuschauer an Herz und Nieren (= Denken und Gefühle) geht.

Woher kommt es? Eine Online-Recherche.

Für alle, die es noch nicht kennen: In dieser Form präsentiert sich das Video uns deutschen Zuschauern:

Es ist klar, dass das Video italienische Wurzeln hat. Unter den verschiedenen Veröffentlichungen (von denen einige schon wieder gelöscht wurden) gibt es dieses aufschlussreiche, schon eine Woche alte Video aus Italien:

In diesem Video wird zurück-referenziert auf einen schriftlichen (Blog-)Beitrag, ein Isolationstagebuch eines zwanzigjährigen Mannes, der sich Matteo1999 nennt und darauf verweist, den „Brief“ des Coronavirus‘ beim Spaß-Radiosender Zoo di 105 gehört zu haben. An diesem Punkt verliert sich die Spur.
Wer noch mehr herausbekommt, kann seine Erkenntnisse gerne in den Kommentar schreiben!
Dazu muss man auf den Titel des Beitrages klicken. Dann öffnet sich eine Seite mit dem Beitrag, und ganz unten befindet sich eine Eingabemöglichkeit für Kommentare

Inhaltlich fällt mir nur das ein, was auch schon Matteo1999 schrieb: „Starke Worte!“ – Aber man muss nicht allem zustimmen, was „das Coronavirus schreibt“.

Was ich jedoch toll finde: Der Brief begreift unsere Lage als Chance, in Zukunft vieles von dem, was bisher schiefgelaufen ist, besser zu machen: Im Privaten, in der Familie, in der Gesellschaft.
Ich persönlich wäre allerdings schon froh, wenn wir es schaffen würden, dass sich die Verhältnisse „nach Corona“ nicht zum Schimmeren verändern.

 

Losungsandacht für Samstag, 04.04.2020

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Pfarrerin Suse Günther, Mauschbach
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!

Losungsandacht für Freitag, 03.04.2020

Für die Zeit, in der wir alle wegen der Epidemie in Isolation festsitzen, stellen wir täglich eine 5-Minuten-Losungs-Andacht ins Netz.
Text und Sprecher: Pfarrer Daniel Seel, Hornbach
Die Ansprache zum Nachlesen kann man hier herunterladen.
Nachdem man auf oben auf die Überschrift des heutigen Andachtsbeitrages klickt, wird dieser in einer eigenen Ansicht geöffnet, und man kann den Podcast unterhalb des Beitrages kommentieren.
Wir freuen uns über Rückmeldung(en)!