Was den Afrikanern gebührt

Der folgende Artikel wurde von Christian Neumann, "unserem Mann in Gambia", am 19.4.2018 in seinem Blog Clay Bricked Walls geschrieben, und mit seiner Genehmigung auf unserer Webseite noch einmal veröffentlicht.

Fragt man mich, was ich hier in Afrika vermisse, so fallen mir immer wieder dieselben Dinge ein, Freunde, Familie, Käse, Erdbeeren und vielleicht ein Döner 🙂

Nun hat aber auch Afrika einiges zu bieten, von dem wir auch in Europa nur träumen könnten. So haben Freundschaften und Beziehungen hier noch mal andere Facetten, die ich ebenfalls sehr genieße, die sich aber schwer in Worte noch in Bildern festhalten lassen.

Sicherlich kennen die meisten Europäer Cashewnüsse. Ursprünglich kommen diese wohl aus Portugal. Irgendwann muss es der Baum in das portugiesischsprachige Guinea-Bissau, nach Westafrika geschafft haben. Dort wurde der Baum in den letzten 15 Jahren zu einer guten Einkommensquelle für die Menschen. Indien nimmt die Nüsse zu einem Festpreis von etwa 0,75 € pro Kilo ab. Ob dies die Nüsse sind, die dann den Weg wieder nach Europa finden?

Durch den Bürgerkrieg waren viele Menschen aus Guinea Bissau in die umliegenden Nachbarländer geflohen. Hier beginnen sie nun auch Cashewbäume anzupflanzen in der Hoffnung damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gegensatz zu Erdnüssen sind Cashewnüsse einfacher anzubauen. Da sie am Baum und nicht in der Erde wachsen erspart man sich das Pflügen, die Saat, das Bewässern, das Bekämpfen von Ungeziefer, Nagetieren und Affen, sowie das Sicherstellen einer Saat für das kommende Jahr. Man muss sie eigentlich nur ernten und von einer äußerst harten Schale befreien, was durchaus viel Arbeit mit sich bringt. Bleiben lediglich die Nachbarskinder, die gerne und durchaus aggressiv von allerlei Cashewbäumen die Nüsse stehlen, um wiederum ihre eigenen Familien zu unterstützen, denn Cashew ist Cash!

Doch eine Sache hat mich überrascht! So, wie die Cashewnuss am Ende des Astes wächst, so verdickt sich mit der reifenden Nuss das Ästchen hinter ihr und bildet eine essbare „Frucht“. Diese ist leider zu druckempfindlich, als dass man sie exportieren könnte. So bleibt tatsächlich etwas für die Afrikaner zurück, was den Europäern vorenthalten bleibt: eine äußerst leckere, aromatische und saftige Frucht!

Apropos Früchte. Ein besonderer Baum, der zuletzt alle seine Blätter verloren hat, um sie durch eine herrliche gelbe Blütenkrone zu ersetzen kündigt die kommende Regenzeit an. Mit dem Regen wird auch die Mangosaison eingeleitet. Schon heute zeigen sich erste Früchte, noch klein, grün, hart und sauer. Wo es weniger Bäume gibt, werden die Früchte schon heute unreif geerntet, denn wer zuerst kommt der isst zuerst. Hoffen wir, dass sich diese Regenzeit so verheißungsvoll durchsetzt, wie sie sich durch die Blüten des Baumes angekündigt. Die Kinder lieben diese Blüten besonders und zupfen die Bäume in kürzester Zeit kahl – ebenso die noch unreifen Früchte von den Mangobäumen. Hoffentlich ist die Regenzeit, entgegen früherer Jahre, von längerer Dauer als die Krone des Baumes. Regen bedeutet Nahrung.

Doch Menschen sollte es nicht möglich sein auch die Regenzeit zu stehlen, oder?

BTW: Christian Neumann freut sich, wenn ihr ihn in eure Gebete miteinschließt! Wie wäre es zB mit einer Bitte um ein segensvolles Wirken und eine gute Regenzeit in diesem Jahr! 

Wenn jemand einen Kommentar abgeben möchte: Bitte hier anklicken und direkt bei Christians Beitrag kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.